SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM

FÜR WIRTSCHAFT UND ARBEIT

Dresden, den 09.07.1999

Aktenzeichen: Pr085-99.doc



PRESSEMITTEILUNG

BERATUNGSBÜRO FÜR HEUERSDORF

Die Einwohner von Heuersdorf können sich von Montag an in einem speziell für sie eingerichteten Büro zu allen Fragen der Umsiedlung beraten lassen. In den vergangenen Wochen habe sich die Zahl derer, die sich zu einer Umsiedlung entschlossen und damit Informationsbedarf haben, deutlich erhöht, sagte der Sächsische Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit, Dr. Kajo Schommer, heute in Dresden. “Da der Ortschaftsrat nicht bereit ist, Ansprechpartner für die in diesem Zusammenhang auftretenden Fragen zu sein, hat die Sächsische Staatsregierung nun Experten beauftragt, vor Ort die Bürger zu beraten und zu unterstützen.” Damit steige die Chance auf eine gemeinsame Umsiedlung, die nach Ansicht der Staatsregierung die sozialverträglichste Variante sei.

Unter der Gemeinde Heuersdorf lagern rund 50 Mio. Tonnen Braunkohle, südwestlich daran grenzend weitere 44 Mio. Tonnen, die für den Betrieb des Kraftwerkes Lippendorf benötigt werden. An Tagebau und Kraftwerk hängen direkt und indirekt ca. 5.000 Arbeitsplätze. Mit dem “Heuersdorf Vertrag” hat die Sächsische Staatsregierung mit der Mitteldeutschen Braunkohlegesellschaft mbH (MIBRAG) bereits 1995 eine großzügige Entschädigungsregelung für die Heuersdorfer vereinbart. Der Vertrag wurde zugunsten Dritter abgeschlossen, da Heuersdorf nicht bereit war, dem Vertrag beizutreten.

Im Heuersdorfer Beratungsbüro werden unter Leitung von Prof. Dr. Richard Reschl qualifizierte Mitarbeiter jeweils von Montag bis Donnerstag Fragen beantwortet sowie die Vorstellungen vor allem hinsichtlich eines neuen Standortes für die gemeinsame Umsiedlung, die Art der Bebauung sowie der Infrastruktur bündeln, um so die Bürger in die weitere Planung einbeziehen zu können. Das Büro wird von der MIBRAG finanziert.

Für Schommer ist das Bürgerbüro möglicherweise die letzte Chance, um eine gemeinschaftliche Lösung für die Umsiedlung zu finden. “Wir beobachten mit großer Sorge, dass sich immer mehr Bürger aus der Gemeinschaft lösen und ihren Umzug allein vorantreiben”, so der Minister. Die Staatsregierung fühle sich jedoch einer gemeinsamen Umsiedlung und damit dem Erhalt der Dorfgemeinschaft verpflichtet.

Für Reaktionen zum Beratungsbüro siehe: Presse-Informationen