Zeit, Geld und Energie sparen

In den Kommunen fällt viel Routinearbeit an, die durch die Informationstechnik stark vereinfacht werden kann. Im Ausland ist es bereits üblich, daß der Bürger verschiedene Informationen von den Behörden anonym über die Telefontastatur abrufen kann. Ähnliche Systeme sind bei den Fluggesellschaften und Reisebüros im Einsatz.

In Heuersdorf befaßt man sich mit der Realisierung eines Informationssystems, mit dem auch gewisse Bearbeitungsvorgänge beschleunigt werden könnten. Eine erste Analyse hat einige häufig wiederkehrende Aufgaben ergeben, die dadurch zu erleichtern wären.

So ist es vorstellbar, daß ein Termin im Rathaus automatisch über das Telefon vorbestellt werden kann. Man gibt die gewünschte Uhrzeit mit einer Zahlenreihe (1 - 0 - 4 - 5 bedeutet z. B. 10 Uhr 45) ein. Wenn die angewählte Abteilung einen freien Termin hat , erfolgt die Bestätigung durch eine menschenähnliche Stimme (wie heute schon bei der Telefonauskunft). Ansonsten wird eine andere Uhrzeit vorgeschlagen.

Mit dem gleichen System könnte auch die Bearbeitung eines Antrags vereinfacht werden. Hat man seinen Termin erhalten, läßt sich das erforderliche Formular automatisch vorbereiten. Man wird zum Aufsprechen des eigenen Namens aufgefordert. Der Telefoncomputer wiederholt den Namen zur Bestätigung. Danach wird das benötigte Formular durch eine geeignete Bezeichnung eingegeben.

Wenn man zum vorbestellten Termin bei der Gemeindeverwaltung erscheint, liegt das Formular bereis mit vorgedrucktem Namen, der Anschrift usw. auf dem Schreibtisch des Mitarbeiters. Die entsprechenden Daten sind vom Einwohnerregister abgerufen worden.

Es gibt zahlreiche Vorgänge, die sich damit vereinfachen ließen, wie z. B.:

1. Paß- und Meldevorgänge

2. Anfertigung von Lohnsteuerkarten

3. An- und Abmeldung eines Gewerbes

4. Bauanträge und -prüfungen

5. An- und Abmeldung von Hunden

6. Schließung und Auflösung von Pachtverträgen

7. Beauftragung von Geldeinzugsverfahren

8. Anmeldung von Schulanfängern.

Bei der automatischen Antragsvorbereitung werden nur allgemeine Daten einbezogen. Alle kritischen Angaben werden erst im persönlichen Gespräch eingetragen. Der Bürger kann sich natürlich auch für eine konventionelle Bearbeitung entscheiden.

Das System läßt sich auf den Bereich der kommunalen Wohnungsverwaltung erweitern, um vor allem folgende Aufgaben zu erledigen:

1. Notdienst

2. Abend-, Wochenend- und Feiertagsauskunft

3. Dienstbestellungen.

Ist die Anlage einmal eingerichtet, so ist auch die Erfassung ökologisch relevanter Daten möglich. Jeder interessierte Bürger kann seinen Strom-, Gas- oder Heizölverbrauch über das Telefon eingeben. Die Teilnehmer erhalten im Gegenzug eine Mitteilung über die Verbrauchsmengen des eigenen Haushaltes im Verhältnis zum kommunalen Durchschnitt. Damit wird energiebewußtes Verhalten bestätigt oder aber die Notwendigkeit zum verstärkten Energiesparen angezeigt.

Durch diese öffentliche Erfassung wird der Gesamtverbrauch transparent gemacht, um kommunale Entscheidungen über die Energieversorgung zu erleichtern. Durch preiswerte Internet-Systeme wird es auch eines Tages möglich sein, die Ergebnisse am Fernsehen zu empfangen.

Für weitere Information: Jeffrey H. Michel, Energiebeauftragter