Der Verlust der Taborkirche

Fulbert Steffensky (November 2008)

Ich denke an die Menschen, die die Zerstörung der Taborkirche betrauern. Eine Kirche ist nicht nur aus Steinen gebaut. Wieviele Menschen haben daran gebaut, die ihre Träume eingewickelt haben in die alte Sprache der Psalmen! Wieviele Menschen haben hier über ihre Toten geweint! Wieviele Menschen haben hier ihre Schuld bekannt, und wieviele haben sich Treue und Glück versprochen! Die Zerstörung einer Kirche ist immer auch eine Vertreibung der Toten. Nein, man kann nicht klaglos zusehen, wie dieses Haus dem Profit geopfert wird. Im 106. Psalm klagt der Beter: Sie opferten ihre Söhne und Töchter den Dämonen. Wo opfern wir den Geist unserer Väter und Mütter den Dämonen des Erfolgs und des Fortschritts? Ich wünsche der Taborgemeinde, dass sie ihre Toten nicht vergisst und nicht den Geist, aus dem sie dieses Haus aus Steinen gebaut haben.